Neonazi- Angriff in Johannisthal

Neonazis greifen junge Linke in Berlin-Johannisthal an
Engagierte im Bezirk lassen sich nicht einschüchtern

Pressemitteilung
Berlin, den 01.06.2012

Am späten Nachmittag des 29. Mai 2012 attackierten Neonazis in der Springbornstraße im Treptow-Köpenicker Ortsteil Johannisthal junge Linke, die rassistische NPD-Plakate und –Aufkleber entfernten, die hundertfach von Neonazis im Neubaugebiet rund um die Springbornstraße verklebt wurden.

Zunächst beleidigte und bedrohte ein Mann in rotem NPD-T-Shirt, die Betroffenen. Kurze Zeit später kam er mit zwei weiteren Männern, die die Betroffenen auf Fahrrädern verfolgten, zurück. Ohne Vorwarnung warf der Mann in NPD-Shirt eine Glasflasche auf die Gruppe der Engagierten. Dabei rief er wiederholt neonazistische Parolen, bedrohte die Angegriffenen und verfolgte diese über mehrere Hundert Meter.
Erst nach 1,5 Kilometern Verfolgungsjagd per Fahrrad konnten sich die Flüchtenden verstecken. Sie blieben körperlich unverletzt, waren aber schockiert.

Seit Monaten verkleben Neonazis der NPD in Johannisthal und Schöneweide regelmäßig rassistische Aufkleber und Plakate. Die Ortsteile sind seit vielen Jahren Hochburgen der Berliner Neonaziszene.

Kati Becker, Mitarbeiterin im Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick, erklärt: „Das Problem ist nicht neu. Wer sich hier zivilgesellschaftlich oder antifaschistisch engagiert, engt die Räume der Neonazis ein. Das gefällt diesen natürlich gar nicht. Dass Menschen am helllichten Tage von Neonazis gejagt werden, weil sie NPD-Propaganda entfernen, ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.“

Helga Seyb, Mitarbeiterin der Opferberatungsstelle ReachOut, ergänzt: „Dieser Vorfall zeigt, dass Johannisthal und Schöneweide für Menschen, die nicht in die rassistische und menschenverachtende Ideologie der Rechten passen, immer noch ‚Angsträume‘ ist. Solche Vorfälle können mitten in der Stadt auch passieren, weil sich Umstehende zu selten einmischen und die Opfer nicht unterstützen, indem sie zum Beispiel Hilfe holen.“

Ein Zeichen gegen Vorfälle wie diesen möchten das Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick und der Bezirksbürgermeister Oliver Igel mit dem „Fest für Demokratie und Toleranz, gegen Angsträume“ (www.demokratie-tk.de) am Bahnhof Schöneweide am 09. Juni setzen. Am selben Abend findet das Konzert „Uffmucken – Konzert für alternative Jugendkultur und gegen Nazi-Strukturen in Schöneweide“ (www.uffmucken-schoeneweide.de) statt.

Weitere Informationen:

Kati Becker oder Yves Müller, Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD)

E-Mail: zfdtk@t-online.de | Tel.: 030/ 65 48 72 93 | www.zentrum-für-demokratie.de